Facebook vs. Postkarten

Postkarte von 1917, Foto: rasch2000_flickr
Obwohl soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter an den mobilen Geräten in deutschen Haushalten nun mittlerweile gänzlich die Herrschaft übernommen haben, können sie sich gegen alte Urlaubstraditionen noch lange nicht behaupten. So bleibt die Postkarte immer noch beliebtester Botschafter, um den Lieben und Daheimgebliebenen die wichtigsten Urlaubsanekdoten und Erlebnisse zu übermitteln, als das einfache Simsen, Mailen oder Posten via Internet.
Mehr als jeder vierte Deutsche greift zu den Urlaubsgrüßen in Postkarten-Form, während nur etwa jeder Siebte dafür die Internet-Portale nutzt. Noch immer zieht man es hierzulande auch vor, seine Abenteuer in fernen Ländern bei einer gemütlichen Runde in der Kneipe, zu Hause, bei der Arbeit oder etwa am Telefon zum Besten zu geben, statt diese nur unpersönlich in digitaler Form aufzulisten.
Eine Umfrage ergab, dass rund 74 Prozent der Deutschen über ihre Erlebnisse lieber bei einem persönlichen Treffen Erzählen, wobei 26 Prozent dazu auch zur Postkarte greifen. Doch je jünger die Urlauber sind, desto häufiger nutzen sie auch die sozialen Netzwerke für Reiseberichte. So etwa 43 Prozent der unter 18- bis 24-jährigen. Damit sind wir im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wirkliche Netzwerk-Muffel, nutzt doch in Irland als Social-Media-Anführer jeder Dritte eine Plattform im Internet. Am meisten Nostalgie jedoch versprühen die Franzosen, bei denen sich noch 41 Prozent stets der guten alten Postkarten bedienen.
Am beliebtesten bei den Zuhörern sind dabei lustige Geschichten und Missgeschicke aus den Urlaubstagen, wobei Frauen sich eher für emotionale Erzählungen interessieren, während Männer eher informative Fakten über Sehenswürdigkeiten und Entdeckungen Priorität geben. Nur acht Prozent aller Befragten gab an, sich für jegliche Urlaubserlebnisse andere, ob lustig oder emotional, überhaupt nicht zu interessieren.
