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Google auf Schmusekurs

© Web Buttons Inc - Fotolia.com

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Noch vor zwei Jahren löste Google mit seiner Street-View Aktion hitzige Debatten aus und musste damit den ersten Imageeinbruch in Deutschland über sich ergehen lassen. Das nahm man sich zu Herzen und ist nu versucht, den Ruf in der Öffentlichkeit ein wenig aufzubessern.

Nach anfänglichen Kinospots, die die neue Moral beweisen sollten und der Kampagne “Das Web ist, was du daraus machst”, für die man auch Gründer von wheelmap.org, Raul Krauthausen gewinnen konnte, beschäftigt man sich nun mit dem Thema Datenschutz. So kooperiert Google nun mit einem entsprechenden Verein und schaltet Anzeigen, die beispielsweise über Cookies und Passwörter informieren. Auf Seiten der Verbraucherzentrale Bundesverband äußert sich positiv zu der Kampagne, betont aber auch, keine Kooperation mit dem Verband eingehen zu wollen und eigene Informationen bereit zu stellen.

Darin zeigt sich eine der selten gewordenen institutionellen Abgrenzungslinien. Davon abgesehen, scheint Google in Deutschland bei zahlreichen Netzakteuren mitzuwirken. Die Speaker´s Corner-Aktion am Brandenburger Tor wurde durch Google ermöglicht, eine Tagung der Deutschen Kinemathek wurde vom Konzern mitfinanziert, der Verein Liquid Democracy mit einer Spende unterstützt. Der Thing Tank “Collaboratory” hatte auch bei seinem aktuellen Bericht, Google zum Geldgeber und vor allem hier zeigt sich die Schnittstelle für die eingehende Mitarbeit.

Von einigen Seiten, wird bei diesen strategisch vorgenommenen Vernetzungen, der Vorwurf von Lobbyismus laut. Doch andere Branchen arbeiten bereits seit Jahrzehnten mit solchen Praktiken. Internet-Gigant Google geht dabei nur besonders raffiniert vor. So wird im Co:llaboratory scheinbar jedem eine Redeplattform ermöglicht. Themen wie Privatsphäre, Urheberrecht und die Digitalisierung von Kulturgütern können hier offen diskutiert werden. Und wenn dies die Google-Kritiker auch nicht zum Schweigen bringt, so mindert die Plattform und die gezielt eingesetzten finanziellen Stützen dazu doch zumindest ein wenig ihre Angriffslust.

Geschrieben am 6.December 2011 von Simon  |  Keine Kommentare »