Social Media und Boeing
Die Welt des „Social Media“ bringt neue Fallstricke und Schwierigkeiten mit sich. Unter „Social Media“ versteht man Internetseiten wie Facebook, Myspace oder Twitter, auf denen sich jeder Internetbenutzer ein eigenes Profil erstellen und für alle anderen Mitglieder Beiträge veröffentlichen kann. Mittlerweile sind schon rund dreiviertel aller Menschen im Web auf einer „Social Media“-Plattform aktiv. Erinnert man sich nur zurück an den Fall von Thessas Geburtstag, der kürzlich durch alle deutschen Medien wanderte: Die Hamburger Schülerin hatte aus Versehen beim Verschicken ihrer Geburtstagseinladungen über Facebook die Option „öffentlich“ gewählt, was 1.600 Feierwütige in ihr ruhiges Viertel lockte.
Nun hat sich der Flugzeughersteller Boeing in die Tücken des interaktiven Webs verstricken lassen. Harry Winson ist ein ganz normaler amerikanischer Junge mit einem Faible für Flugzeuge. Er zeichnete allerlei Modelle und sein Vater, John Winsor, schlug ihm schließlich vor, seine Design-Entwürfe mal an Boeing zu schicken. Nach einigem Verbessern war der Junge schließlich zufrieden und stolz schickte er einen Brief an den Flugzeug-Giganten. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, war allerdings nur ein typischer Standard-Brief, der wahrscheinlich tagtäglich hundertfach verschickt wird: Vielen Dank, aber Boeing könnte nicht allen Ideen nachgehen.
Der Vater des fleißigen Jet-Zeichners erboste sich über das Verhalten von Boeing öffentlich in seinem Blog. Mit einem so großen Echo hätte der auf Crowdsourcing spezialisierte Chef einer Marketingagentur wohl selbst nicht gerechnet: Auf den Eintrag folgte eine Entschuldigung von Boeing auf seiner Twitter-Seite und später auch in seinem Blog selbst. Der Marketingdirektor Todd Blecher von Boeing hoffte, dass sich der Junge seine Begeisterung bewahrt und eines Tages einmal Flugzeug-Designer wird. John Winsor setzte noch eins drauf und fragte nach, ob es nicht möglich wäre, dass sein Sohn Boeing besuchen kommt. Gleichzeitig versprach er, darüber fleißig zu bloggen und zu twittern. Mittlerweile waren auch die amerikanischen Medien hinter dem kuriosen Vorfall her und so blieb Boeing kaum eine Möglichkeit, als zuzustimmen. Wer also eine kostenlose Führung durch die Boeing-Werke will, der weiß nun, wie er dazu kommt!
