Schwarzfahrer warnen sich gegenseitig übers Internet
Aus dem Straßenverkehr dürfte es vielen Menschen bekannt sein, dass andere Autofahrer einen per Lichthupe warnen, wenn in der Nähe Radarkontrollen durchgeführt werden. So funktioniert ganz simpel das Warnsystem auf deutschen Straßen. Ähnlich funktioniert dies nun auch in den Zügen, immerhin soll ja keiner benachteiligt werden. So tun sich über Twitter und Facebook mittlerweile große Gruppierungen zusammen die sich über die Kontrolleure austauschen. So wird dort gepostet, wann wo Kontrolleure gesichtet wurden und wo freie Fahrt ist. So greift dies in der Praxis vor allem in Dresden, Leipzig, München, Berlin und Hamburg. Dort sind bereits Hunderte Nutzer in den Gruppen und aktualisieren die Stati im Minutentakt. Mittlerweile sind sogar Apps geplant, die vor Kontrolleuren warnen sollen. So soll man als Schwarzfahrer sicher sein und nicht eine Kontrolle befürchten. Immerhin muss man einen doch recht großen Betrag blechen, wenn man erwischt wird oder die Strafe absitzen.
Neben der Ersparnis bei Nicht-Kontrolle bleibt natürlich auch ein gewisser Nervenkitzel. So gehört die Fahrscheinkontrolle zu einem der letzten Alltagsabenteuer für Schwarzfahrer. Wenn doch der Kontrolleur kommt, heißt es kreativ und überzeugend sein. Entweder man spielt einen Schwächeanfall vor oder sucht ewig in der Tasche in der Hoffnung, dass der Kontrolleur erst einmal weiter geht.
Die Verkehrsbetriebe geben sich bezüglich dieser Warnsysteme noch gelassen und behaupten, dass ihr Kontrolleurnetz so undurchsichtig sei, sodass sie immer noch genug Menschen erwischen. Doch man darf sicherlich gespannt sein, was passiert, wenn aufgrund der guten Organisierung und Dichte der Apps immer mehr Leute davor gewarnt werden.
Eine ähnliche Bestrafung wie bei Lichthupern auf der Straße erscheint hier wenig realistisch und umsetzbar. Somit bleibt abzuwarten wie sich das ganze noch entwickelt.
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