Smartphones machen Telefonzellen den Gar aus

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Ist es vermessen die iPhones, die HTCs, die Samsungs, oder die Nokias dieser Welt als schleichende, dennoch tödliche Killer zu bezeichnen? Der Autor dieser Zeilen ist keineswegs ein vehementer Verfechter nicht-nachgewiesener Handystrahlung, dem sogenannten Elektrosmog, welcher angeblich Krebsgeschwüre, wie Pilze aus dem Boden schießen lässt. Weit gefehlt. Aber: Handys und Smartphones ermorden und meucheln hinterrücks Geräte, die einmal für Fortschritt und Fernkommunikation standen. Denn die kleinen, multifunktionalen Rechenhelden sind, wie jedem bekannt ist, die Mörder der Telefonzelle.
Nach Angaben der deutschen Telekom handelt es sich bei den noch verbleibenden Telefonzellen um eine regelrecht bedrohte Spezies. Deutschlandweit gibt es von dieser bedrohten Art gerade Mal noch 60.000 Exemplare, Anzahl sinkend.
Dabei kann die Telefonzelle auf eine so glorreiche Geschichte zurückblicken. Wer kennt sie nicht, die berühmte englische Fernsprechanlage, wie diese bei ihrer Einführung offiziell hieß. Mit ihren roten Verstrebungen und dem abgerundeten Dächlein prägte sie wie keine andere technischen Einrichtung das Bild der Weltmetropole London und avancierte zum beliebten Postkartenmotiv. Gut, die klassische, grell-gelbe deutsche Telefonkabine kann der britischen in Puncto Design nicht das Wasser reichen, dennoch treibt auch sie dem nostalgischen Betrachter Tränen in die Augen.
Geht man einmal in die noch spärlich vorhandenen Telefonhäuschen, setzt zwar aufgrund des beißenden Uringeruchs sofort die Mundatmung ein, dennoch werden Erinnerungen an bessere Zeiten wach. Man denkt zurück an Tage, an denen man noch nicht im Traum an eine ständige Erreichbarkeit, lästige Anrufe von Arbeitgebern zum unpassendsten Zeitpunkt, oder gar What’s App nachdachte. Damals, als die Handys noch fast die Größe eines Fernsprechers hatten, war das Leben doch noch viel ruhiger, oder ?
